Die Umgebung von Porto de Galinhas
Recife Karte
Recife ist die Bundeshauptstadt des Staates Pernambuco im Nordosten des Landes.
Recifes Bedeutung geht zurück auf den großen Reichtum, den einst die Zuckerrohrplantagen
brachten und von dem die historischen Gebäude der Stadt erzählen. Eines der schönsten Gebäude
ist das Santa-Isabel-Theater (1850) an der Praça da República. Hier stehen auch die aus dem
gleichen Jahrhundert stammende Villa des Gouverneurs, der Justizpalast sowie der Gerichtshof.
Dem Justizpalast gegenüber liegt die Capela Dourado (goldene Kapelle), die so üppig mit Gold
ausgeschmückt ist wie keine zweite in Brasilien, ausgenommen die Kirche São Francisco
(Sao Francisco) in Salvador.
Sehenswert ist auch die Catedral de São Pedro dos Clerigos
(Sao Pedro dos Clerigos) wegen des achteckigen Innenraums und der Deckenmalerei und die
Kirche Nossa Senhora da Çonceição dos Militares (Nossa Senhora da Conceicao dos Militares)
wegen ihrer Rokoko-Dekoration an der Decke.Wegen seiner vielen Kanäle, Flüsse und Brücken
wird die 2-Millionen-Metropole auch als "Venedig Brasiliens" bezeichnet.
Zu den besonders interessanten Museen der Stadt zählen das Museu do Estado de Pernambuco,
es enthält Bilder und Möbel aus der Kolonialzeit, und das Museu do Homen do Nodeste, das
über die Arbeit, das Kunstgewerbe, die Folklore und afrobrasilianische Kulte im Nordosten
informiert. Eine weitere Attraktion ist die Casa di Cultura, das Zentrum für Kunsthandwerk
in Recife. Dieses große im Kolonialstil erbaute Gebäude war einst ein Gefängnis.
Heute werden in den ehemaligen Zellen handgearbeitete Produkte aus Leder oder Ton verkauft.
Neben Rio de Janeiro und Salvador veranstalten Recife und die Nachbarstadt Olinda den besten
Karneval Brasiliens: bunt, laut, ekstatisch. Der beliebteste Tanz ist hier nicht der Samba,
sondern der für die Region typische Frevo. Während der heißen Tage des Karnevals tanzen
zigtausend bunt kostümierte Menschen in den Straßen von Recife, besonders aber am langen
Strand des Stadtviertels Boa Viagem und in der Altstadt von Olinda.
Den Namen Recife verdankt die Stadt den der Küstenlinie vorgelagerten Riffen
(Recife = arab. Riff), vor denen schöne Strände mit ruhigem Wasser liegen. Der beste
Strand der Stadt, auch als die Copacabana Pernambucos bezeichnet, befindet sich im Stadtteil
Boa Viagem. Er mißt hier acht Kilometer, zieht sich aber noch länger in die südlich
angrenzenden Orte. Die vielleicht schönsten Strände außerhalb der Stadt liegen im Süden,
so die von Gaibu und Porto de Galinhas. In der herrlichen Bucht von Porto de Galinhas,
55 km von Recife entfernt, säumen Cashewbäume und Kokospalmen den Strand. Nördlich und
südlich des kleinen Paradieses liegen weitere sehr schöne und fast unberührte Strände.
Olinda
Sechs Kilometer vor Recife liegt Olinda, das im Jahre 1537 gegründet wurde und damit älter
ist als die jetzt so große Schwesterstadt Recife. Nirgendwo in Brasilien, ausgenommen Ouro
Preto, befindet sich eine so reiche Ansammlung barocker Kunst und Architektur wie in Olinda.
Aus diesem Grund verlieh die UNESCO der Stadt den Titel eines Weltwunderdenkmals.
Der historische Teil der Stadt liegt malerisch auf Hügeln verteilt, von denen man nach Recife
blickt. In den Gassen stehen dicht an dicht bunte Häuser und prachtvolle Villen aus der
Kolonialzeit, an den Plätzen auf den Hügeln dominieren Kirchen aus der Zeit des Barocks
die Szenerie. Allein in der Altstadt befinden sich zwei Dutzend Kirchen und Kapellen.
Die Jesuiten hatten ihre Niederlassung im 16. Jahrhundert mit der schönen einschiffigen
Kirche Nossa Senhora da Graca begründet. Diese und die Karmeliterkirche Igreja do Antigo
Convento do Carmo sowie die Fassade der Igreja da Sé (1537) zeigen Stilelemente aus
holländischer Besatzerzeit. Bemerkenswert sind ferner das Franziskanerkloster Nossa
Senhora das Neves sowie die Benediktinerkirche São Bento, die über eine prächtige spätbarocke
Altarausstattung verfügt. Schöne Holz- und Glasarbeiten können in der Igreja da Misericordia
bewundert werden. Im ehemaligen Bischofspalast befindet sich das Museum für sakrale Kunst.
Es enthält eine Sammlung von Bildern, auf denen die Geschichte Olindas dargestellt ist.
In der Altstadt liegt der Mercado da Riveira, ein Platz, nach drei Seiten von einem Gebäude
umgeben, das Galerien und Läden für Kunsthandwerk beherbergt. Der Platz wird im Volksmund,
gemäß seiner früheren Funktion, Mercado dos Escravos, der Sklavenmarkt, genannt.
Attraktive Strände findet man nördlich der Stadt, so zum Beispiel die von Maria Farinha,
Janga oder Pao Amareio. Fast noch menschenleere Strände gibt es auf der Insel Itamaracá
(Itamaraca), zu deren Sehenswürdigkeiten das Fort Orange gehört. Diese imposante Festung
wurde von den Holländern als Stützpunkt für die Schlachten gegen die portugiesischen Kolonien
erbaut. Interessant ist auch der Besuch einer alten Zuckermühle. Auf dem Weg zur Insel,
die 40 km von Olinda entfernt ist, liegt das historische Städtchen Igaraçu (Igaracu).
Die Kirche Dos Santos Cosme e Daminão hier soll die älteste Steinkirche Brasiliens sein.
Allgemeines über den Bundesstaat Pernambuco
Portugiesische und holländische Kolonisatoren prägten Pernambuco, den relativ dicht
besiedelten, östlichsten Teil Südamerikas, nachhaltig - einerseits zum Sklavenhandel und
Zuckerrohrplantagen, andererseits aber auch durch europäische Kultur. Obstanbau, Viehzucht,
Fischfang und der Tourismus an der Küste bilden weitere wirtschaftliche Stützen dieses
98.000km² großen Bundesstaates. Die Wirtschaft des Bundesstaates wird noch vom Zuckerrohr
beherrscht, der dafür sorgt, daß der Industriestandort Recife nach Bahia der zweitgrößte
im Nordosten ist.
Recife, die Hauptstadt mit 1.346.045 Einwohnern, ist bedeutendster Handelshafen in der
Region Nordeste. Sie gilt seit langem als Haupteintrittstor in den Nordosten Brasiliens,
erst in letzter Zeit machen Fortaleza und Salvador erfolgreich Konkurrenz. Sie liegt über
drei Inseln verteilt inmitten der Flüsse Beberibe und Capibaribe. Wenngleich die Stadt der
39 Brücken und 50 Kanälen mit dem verliehenen Beinamen "Venedig Brasiliens" stark übertrieben
scheint, so strahlt es doch viel Persönlichkeit aus. Recifes anziehende Seite hängt mit
seinem Lebensrhythmus zusammen, was einen letztendlich doch in den Bann dieser Millionenstadt
schlägt.
Olinda, die einstige Hauptstadt Pernambucos, liegt nur 7km nördlich von Recife. Sie wird,
neben Ouro Preto, als eines der "Schmuckkästchen Brasiliens" benannt. Dank seines Grüngürtels
und vor allem dank der UNESCO, welche die Stadt zum "Kulturerbe der Menschheit" erklärte.
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